Schuld-Kultur. Warum erzählen wir uns Geschichten unserer Schuld?

Mittwochsakademie – wissenschaftliche Vorlesungsreihe für Menschen ab 50

Schuld-Kultur. Warum erzählen wir uns Geschichten unserer Schuld?
Dr. phil. Matthias Buschmeier

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Tendenz entwickelt, bei aktuellen gesellschaftlichen Problemen wie Fragen der ökonomischen Ausbeutung oder des Umweltschutzes vor allem an unser Schuldgefühl als Verbraucher zu appellieren. Neben der politischen Instrumentalisierung des Schuldgefühls werden Schuld und Scham aber auch mit Blick auf die Kulturgeschichte als Kräfte entdeckt, die zum Beispiel das Triebwerk moralischer Revolutionen darstellen. Dass politische Diskurse zunehmend als Schulddiskurse geführt werden, hat aber auch Kritik an den destruktiven Folgen der Wiederkehr von Kollektivschuldauffassungen hervorgerufen. Aktuelle Forschung in unterschiedlichen Disziplinen werfen die (alte) Frage auf, ob Schuldbeziehungen eine produktive Kraft für kulturelle Legitimations- und Transformationsprozesse darstellen.

Die Konzentration auf das Einengende und Niederdrückende von Schuldgefühlen übersieht, dass der Schuld auch in vielen mythischen Erzählungen vom Ursprung der Kultur eine legitimierende und produktiv-dynamisierende Rolle zukommt.

Der Vortrag stellt aktuelle Schuldkonzepte in den Geisteswissenschaften vor und unternimmt dann eine literaturwissenschaftliche Lektüre klassischer Schuldtexte der abendländischen Tradition.

Dozent:

Dr. phil. Matthias Buschmeier

Dauer:

18.00 – 20.00 Uhr

Gebühr:

15,00 €

Ort / Termin:

Mittwoch, 21. Februar 2018
Volkshochschule Detmold (Krumme Str.20, 32756 Detmold)

Anmeldungen nimmt die VHS Detmold-Lemgo gerne entgegen.

Weitere Informationen zur Mittwochsakademie erhalten Sie hier.

Übersicht

  • Start: 21. Februar 2018, 18:00
  • Ende: 21. Februar 2018, 20:00