Testimonials

TESTIMONIAL EZUS „STUDIUM GENERALE“ 2015/2016

Vom 12. November 2015 bis 30. September 2016 nahm ich an dem von der Lippe Bildung eG in Kooperation mit der Universität Bielefeld organisierten Lehrgang teil. Mein persönliches Urteil über diesen Lehrgang ist äußerst positiv.

Erwartungen. Ich hatte bei der Anmeldung zu diesem Lehrgang eine gute Übersicht vieler Themen erwartet, die mir im Alter helfen könnten. Speziell ging es mir dabei um Neues, um Grundverständnisse und um das einordnen und mitreden können. Diese Erwartungen wurden deutlich und mehr als erfüllt.

Es gab viele Höhepunkte, deren Auswahl natürlich persönlich geprägt ist. Für mich waren diese die Entwicklung und Globalisierung im europäischem Raum mit EU und darin besonders die Position der BRD, das Thema IS, die musischen Modulen Literatur, Musik und bildende Kunst, die Denkprozesse und Evolution der Sprache beim Menschen und die Faktoren samt Tests zur nachhaltigen Entwicklung (Stichwort „ökologischer Fußabdruck“).

Inhalt und Tiefe der Themen waren so reichhaltig und groß, dass ich den Lehrgang wesentlich schlauer beendet habe, als ich diesen angefangen hatte. Darüber hinaus wurden intellektuelle Fähigkeiten geschärft und neue Interessen geweckt, die deutlich über das Jahr hinaus wirken. Insgesamt war dieser Lehrgang ein Ansporn zum lebenslangen Lernen, denn vieles konnte im beschränkten Zeitrahmen nur angeschnitten werden.

Aufwand
. Mit Vorbereitung, Teilnahme und Nachbereitung war der Arbeitsaufwand aus meiner Sicht vollkommen angemessen. Es gab manchmal sehr viel Material, das man lesen konnte, aber nicht unbedingt musste. Die Fähigkeit, suchend und überschauend lesen zu können, war dabei schon hilfreich. Die insgesamt erforderliche Zeit war in Kurswochen mit zwei Tagen samt An- und Abreise nicht klein. Ob das ein Problem ist, hängt zusammen mit den anderen Pflichten und  Aktivitäten, welche man hat, mit Prioritäten-setzen, mit Zeitmanagement und letztendlich mit dem tieferen Interesse, welches man für die Themen haben oder entwickeln sollte. Hier sind die Kursteilnehmenden selber gefragt. Meine Frau, die gleichzeitig auch an dem Lehrgang teilnahm, und ich haben uns bewusst für das Studium Generale entschieden und die Zeit dafür mit erster Priorität reserviert. Zum Aufwand gehört auch die Konzentration – nicht alle Tage waren von sich aus mitreißend. Das mag am Thema und/oder am Dozenten gelegen haben, oder ich war (wir waren) selber weniger gut aufgelegt. Dann sind bewusste Konzentration und Anstrengung gefragt, sowie tieferes Interesse. Die finanziellen Kosten für diesen hochwertigen und „mundgerechten“ Lehrgang waren moderat und halten einen Vergleich mit alternativen Angeboten locker Stand. Das Preis/Leistungsverhältnis war sehr gut. Trockene Lehrphasen blieben uns bei EZUS weitestgehend und teilnehmerfreundlich erspart.

Zertifikat. Frühzeitig hatte ich mich entschieden, die Prüfungen zum Zertifikat zu beantragen. Die vielfaltige Themen und der schnell wachsende Neugier waren Anlass, einiges zu vertiefen und besondere eigene Interessen zu verfolgen und diese mit selbständigen Arbeiten abzurunden.  Meine drei Leistungsarbeiten (eine pro Trimester) betrafen den Welthandel, das Werk des Komponisten Johann Sebastian Bach und den freien Willen aus Sicht der Neurologie. Die Abschlussarbeit mit Präsentation und Kolloquium hatte als Thema einige Aspekte der „Philosophie des Glücks“. Das war nicht einfach, aber eine vielseitige und sich sehr lohnende Übung. Da die fachgerechte Beurteilung dieser Arbeiten und das Zertifikat – wenn man das möchte – Teil des Lehrgangs sind, wertet diese Möglichkeit zum Abschluss das Studium Generale nochmals wesentlich auf. Auch der dadurch intensivere Kontakt zur akademischen Welt und deren Methoden war für mich ein deja-vu, aber nach fast 40 Jahren  ebenfalls bereichernd.

Fortsetzung. Das „lebenslangen Lernen“ hört logischerweise nicht auf. Das Studium Generale kann dafür in vielerlei Hinsicht einen ausgezeichneten Einstieg bieten. Wenn man es ernst meint mit den Themen und seinen persönlichen Interessen an Wissensvermehrung, dann macht man auch danach weiter. Meine Leistungsarbeit zum Welthandel ist in einer Zeit mit Abschottungstendenzen aktueller denn je. Ich beschäftige mich zurzeit aber mit Aspekten der kognitiven Psychologie, mit der Evolution des Menschen und seiner Sprache und mit der Philosophie des Glücks – für alle diese Themen war der Einstieg beim EZUS Studium Generale der Anfang. Das Lernen kann auch im Alter ein bedeutender Lebensinhalt sein und mit der richtigen Motivation zu Gesundheit und Glück entscheidend beitragen!

Zur Abrundung folgen hier noch einige Aspekte zum Lehrgang und zu meiner Person.

Das Studium Generale im 9. Studienjahrgang umfasste folgende 13 Modulen an 39 Tagen: Geschichte Deutschland & Europa, Religion, Gesundheit, Globalisierung, Philosophie des Glücks, Literatur / Kunst / Musik, die alternde Gesellschaft, Psychologie, Ziele der Politik, Denkprozesse bei Tier und Mensch, Nachhaltigkeit. Die Dozenten waren Prof. Dr. Werner Abelshauser, Frau Prof. Dr. Christine Baur, Prof. Dr. Matthias Buschmeier, Prof. Thomas Faist Ph.D., Prof. Dr. Wilhelm Frieling-Sonnenberg, Dr. Jeroen van Gessel,  Prof. Dr. Peter Imbusch, Dr. André Kamphaus, Herr Georg Krämer, Prof. Dr. Dr. Horst M. Müller, Frau Dr. Birgit Poppe, Prof. Dr. Dr. Heinrich Schäfer, Frau Prof. Dr. Ingrid Scharlau, Prof. Dr. Wolfgang Schild, Frau Dr. Anna Stania, Prof. Dr. Ralf E. Ulrich, Prof. Dr. Andreas Vasilache und Prof. Dr. Holger Wunderlich. Weitere Einzelheiten sind auf der Website oder in den Kursunterlagen enthalten.

Der Inhalt des Studiums war mit den 13 Modulen und der berechtigten und notwendigen Konzentration auf gut definierte Schwerpunkte sehr ausgewogen und bot eine für die Zielgruppe Senioren ausgezeichnete und zusammenhängende Breite bei einer guten aber nicht überfordernden Tiefe. Bei einer ausführlichen Recherche im Internet vor der Entscheidung, meine Frau und mich anzumelden, hatte ich in der BRD, der Niederlande und dem Vereinigten Königreich nichts annähernd Gleichwertiges gefunden. Das Studium der verschiedenen Themen bestand aus einer Vorbereitung mittels zur Verfügung gestelltes Material, aus einer unterschiedlichen Mischung von Frontalunterricht und Diskussionen zwischen Teilnehmern und Dozenten und aus Empfehlungen zur Fachliteratur, Internet und sonstigen Quellen zur weiteren Vertiefung. Der Lehrgang fand als Präsenzstudium in drei Trimestern jeweils an Donnerstagen und Freitagen von 10:00 bis 17:00 Uhr  in Bad Meinberg, Kreis Lippe statt.

Die Dozenten waren alle sehr gut vorbereitet und auf erwachsene Studenten mit Lebenserfahrung eingestellt. Sie waren alle gut vernetzt, fachlich versiert und auf dem letzten Stand in ihren Fachgebieten samt das dazu gehörende Umfeld. Das Material war meistens üppig, was eine gewisse Vor- und Nachbereitung mit sich brachte, welche sich aber in allen Fällen lohnte.

Die Organisation und Information waren ebenfalls ausgezeichnet. Bereits 2014, als ich die Recherche zu möglichen Alternativen durchführte, waren die Informationen auf der Website und im Flyer, sowie während der Informationsveranstaltung  im Oktober sehr aufschlussreich. Die Betreuung durch Herrn Dr. Dr. Paul Wolters und Frau Nathalie Bender (heute Frau Emas) war sehr kompetent und freundlich. Die Organisation 2015/2016 lag dann in den Händen der Damen Bettina Zodrow und Catrin Michels und verlief reibungslos und sehr angenehm. Die damals zwei Veranstaltungsorte (wegen Bauarbeiten) waren beide mehr als angemessen. Am Ende jedes Trimesters wurde um Rückmeldungen seitens der Teilnehmenden bezüglich Inhalt und anderen Qualitätskriterien gebeten. Die Zusagen und Inhalte auf der Website und in anderen Unterlagen wurden mehr als eingehalten, somit wurden alle möglichen Qualitätskriterien mit Bravour bestanden. Für die Organisation weiterer Veranstaltungen und Lehrgänge wünsche ich EZUS viel Erfolg und möglichst viele Teilnehmenden. Ich würde bei Gelegenheit jederzeit gerne wieder einer von ihnen sein.

Schafflund, den 19. Februar 2017
Johan van der Kruk

[Zu meinem persönlichen Hintergrund: ich war von 1976 bis 1980 in der Niederlande zunächst als Teilzeitlehrer und danach als Prozessingenieur tätig. Von 1980 bis 2009 hatte ich in der Schweiz und anschließend in der BRD verschiedene Führungspositionen in der Prozessindustrie (Chemie und Papier) inne. Abgeschlossen habe ich meine berufliche Laufbahn 2013 mit einer selbständigen Tätigkeit als Interim Manager. Meine erste Ausbildung war ein Universitätsstudium in der chemischen Verfahrenstechnik (mit Abschluss Dipl.-Ing.) und mein zweites ein Master-Studium in Business Administration (MBA). Nach meiner berufsaktiven Zeit war das Studium Generale somit meine dritte längere Ausbildung, welche ich auf eigenen Wunsch mit dem Zertifikat der Universität Bielefeld abgeschlossen habe. Meine Frau und ich leben in Schleswig-Holstein.]