Informationen und Anmeldung EZUS-Online-Seminare

Extreme Zeiten – Politik und Freiheit


Religion und Demokratie: USA, Brasilien, Mexiko

Mittwoch, 05. Mai 2021
10.00 bis 12.00 Uhr

Prof. Dr. Dr. Heinrich Wilhelm Schäfer
(Universität Bielefeld, Fakultät für Geschichtswissenschaften, Philosophie und Theologie/Abteilung Theologie)

Das Verhältnis von Religion und Politik ist weltweit von immer größerer Bedeutung. Dabei sind gewachsene Strukturen von großer Bedeutung, werden aber durch neuere Entwicklungen in Frage gestellt. Im Raum des Christentums ist in Europa eine stabile Säkularisierung zu beobachten. Auf dem amerikanischen Doppelkontinent hat hingegen insbesondere die Präsenz von immer mehr protestantischen „Freikirchen“ einen wachsenden Einfluss auf die Politik, wie man in den USA unter Trump und im Brasilien Bolsonaros gut beobachten kann. Die lange hochgeschätzte Laizität der Staaten wird ernsthaft auf die Probe gestellt. Dieser Problematik werden wir uns im Online-Seminar widmen.

Als vorbereitende Literatur wird eine Studie für das Auswärtige Amt mit dem Titel „Friedenspotenzial von Freikirchen in den USA und Lateinamerika“ empfohlen. Die Studie kann hier heruntergeladen werden.

Zur Übersicht über die Arbeitsgebiete des Referenten geht es hier.

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Das Ende des Kalten Krieges und seine politischen Folgen

Dienstag, 18. Mai 2021
10.00 bis 12.00 Uhr

Prof. Dr. Peter Fäßler
(Universität Paderborn, Fakultät für Kulturwissenschaften, Professor für Neueste Geschichte mit Schwerpunkt Zeitgeschichte)

Am 9. November 1989 fiel in Berlin die Mauer und mit ihr stürzte die Jahrzehnte währende bipolare Weltordnung des Kalten Krieges zusammen. Der einflussreiche US-amerikanische Politikwissenschaftler Francis Fukuyama prognostizierte gar das „Ende der Geschichte“ im Sinne eines fundamentalen politisch-ideologischen Wettbewerbs. Künftig, so Fukuyama, werde das Modell der liberalen Demokratie westlichen Zuschnitts in allen Staaten verwirklicht und eine Zeit des Friedens und des allgemeinen Wohlstands anbrechen.
Bekanntlich sollte Fukuyama irren. Mit dem atemberaubenden Aufstieg der Volksrepublik China erwuchs der westlichen Welt ein ernstzunehmender Rivale. Der Islamismus etablierte sich als politische Kraft, die eine hohe Gewaltbereitschaft kennzeichnet. Unter dem schwer zu durchschauenden Präsidenten Putin strebt Russland zu neuer Stärke und geopolitischem Einfluss. Die Europäische Union wiederum musste sich intensiv mit ihrer inneren und äußeren Weiterentwicklung beschäftigen. Und Deutschland selbst sorgte sich um die innere Einheit, den sozialen Frieden und die politische Stabilität – bis zum heutigen Tage.
Dieses Panoptikum internationaler und nationaler Herausforderungen ergänzen einige technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen, die jede für sich kaum zu steuern und in ihren Folgen schwer abzuschätzen sind: digitale Revolution, Globalisierung einschließlich globaler Migration, Re-Nationalisierung und Rechtspopulismus oder Klimawandel – um nur einige der dringlichsten Themen zu benennen.
Im Rahmen des Seminars erarbeiten wir auf der Basis grundlegender wissenschaftlicher Analysen und historischer Schlüsseldokumente den historischen Strukturwandel nach 1990 sowie wichtige politische Weichenstellungen. Zugleich sollen gegenwärtige Herausforderungen und möglicher Optionen ihrer Bewältigung diskutiert werden.

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Der Brexit – Ursachen, Hintergründe und Folgen

Dienstag, 01. Juni 2021
10.00 bis 12.00 Uhr

Prof. Dr. Peter Imbusch
(Bergische Universität Wuppertal, Institut für Soziologie)

Die Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen, hat weitreichende ökonomische und politische Folgen für das Land selbst wie auch die EU. Führende Politiker des Landes haben die Entscheidung für den Brexit als ‚Ende der Bevormundung‘, als ‚Wiedergewinnung von Kontrolle‘ und als ‚Rückkehr zu altem imperialen Glanz‘ verkauft und in einem Manipulationsakt die öffentliche Meinung im Votum „Leave“ knapp für sich entschieden. In meinem Beitrag werde ich die wichtigsten Ursachen für das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU nachzeichnen, die Hintergründe der Entscheidung durchsichtig machen und danach fragen, was der Brexit für die EU und Großbritannien bedeutet. Welche sozio-ökonomischen Folgen ergeben sich innen- und außenpolitisch für das Land? Welche Wirkungen zeitigt der Ausstieg umgekehrt innerhalb der EU und auf einzelne Partnerländer? Und vor allen Dingen: Was lässt sich nun eigentlich vom Ausstieg der Briten lernen?

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Das Judentum früher und heute


Abrahams Erben – Judentum, Christentum, Islam und Bahá’í im Vergleich

Dienstag, 08. Juni 2021
10.00 bis 12.00 Uhr

Dr. Michael A. Schmiedel
(Universität Bielefeld, Fakultät für Geschichtswissenschaften, Philosophie und Theologie/Abteilung Theologie)

Die allesamt in Südwestasien entstandenen Religionen Judentum, Christentum, Islam und Bahá’í sind sehr eng miteinander verwandt. Es gibt direkte Abstammungsverhältnisse oder zumindest sehr deutliche Inspirationen.
Und alle berufen sich in der einen oder anderen Form auf Abraham. So wie er glauben sie an einen einzigen Gott und stellen ihren Monotheismus dem Polytheismus anderer Religionen kontrastierend gegenüber.
Wie groß sind nun aber ihre Gemeinsamkeiten und auf der anderen Seite ihre Unterschiede, und wir können sie miteinander in einer gemeinsamen Gesellschaft existieren? Diese Fragen wird sowohl systematisch als auch historisch nachgegangen.

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Juden und Antisemitismus im deutschen Kolonialismus

Dienstag, 15. Juni 2021
10.00 bis 12.00 Uhr

PD Dr. Stefan Vogt
(Goethe-Universität Frankfurt am Main, Forschungskoordinator des Projekts „Synagogen-Gedenkbuch Hessen“, Martin-Buber-Professur)

Nachdem dies lange Zeit ignoriert worden war besteht heute weitgehender Konsens darüber, dass auch die deutsche Gesellschaft nachhaltig durch den Kolonialismus geprägt wurde. Dennoch hat die historische Forschung erst vor kurzem damit begonnen, nach Berührungspunkten zwischen der Kolonialgeschichte und der Geschichte der Juden und des Antisemitismus in Deutschland zu fragen. Das Seminar untersucht diese Berührungspunkte für die Zeit des Kaiserreichs, in der die Kolonialpolitik, die Emanzipation und die nationale Integration der Juden, und der Antisemitismus gleichzeitig einen Höhepunkt erreichten. Der Blick richtet sich dabei sowohl auf die Positionierung deutscher Juden zum Kolonialismus, als auch auf darauf, in welchen Zusammenhang Juden und koloniale Andere (Afrikaner, Slawen usw.) durch Kolonialideologen und Antisemiten gebracht wurden. Es wird gefragt, inwiefern Kolonialpolitik und Kolonialbewegung für Juden Orte der Integration und inwiefern sie Orte der Ausgrenzung waren, und in welchem Verhältnis Antisemitismus und kolonialer Rassismus zueinander standen.

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Rechtschaffen, aber rechtlos? Zur Geschichte der westfälischen Jüdinnen und Juden seit der Reformation

Mittwoch, 23. Juni 2021
10.00 bis 12.00 Uhr

Dr. Hans-Jörg Kühne
(Universität Bielefeld, Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie/Abteilung Geschichtswissenschaft)

Seit den Jahren der Reformation hatten die Jüdinnen und Juden im Westfälischen mehrere Rollen zu übernehmen. Im Vordergrund stand die Funktion des potenten Steuerzahlers, gefolgt von jener des „Sündenbocks“, zum Beispiel in Phasen wirtschaftlicher Depression oder Stagnation. Auch als Verderber*innen der guten Sitten und, besonders gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als angebliche Propagandist*innen der Sozialdemokratie mit dem Ziel, die protestantischen und katholischen Christ*innen von ihrem Glaubensbekenntnis zu lösen, mussten jüdische Bewohner*innen herhalten. Welche dieser Rollen aktuell auszufüllen waren, das entschieden im preußischen Westfalen, je nach wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, politischer Großwetterlage und Einflussmöglichkeiten, die christliche Bevölkerung, die Sprecher verschiedenster Organisationen, Vereine und Parteien, die Vertreter der Kirchen und das Staatsoberhaupt als vornehmster Repräsentant der evangelischen Kirche.
Jedwede Organisation, die Antijudaismus in ihren eigenen Reihen beförderte oder duldete, leistete damit ihren Beitrag zur Vergiftung des öffentlichen Klimas. Alle Strömungen zusammen mündeten in Deutschland im Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden.
Der Bielefelder Historiker Hans-Jörg Kühne wird in seinem Referat diese Entwicklungen detailliert betrachten und bewerten. Vielleicht können in der sich anschließenden Diskussionsrunde damit zusammenhängende Fragen der Zuhörer*innen beantwortet und gleichzeitig neue oder veränderte Perspektiven auf die Thematik erarbeitet werden.

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Teilnahmegebühr

20,00 € pro Seminar
100,00 € Seminarpaket (sechs Online-Seminare)

Benötigte technische Ausrüstung

  • eine stabile Internetverbindung
  • einen PC, Laptop, Tablet oder Smartphone
  • evtl. Kopfhörer oder Headset und eine Webcam

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Vor dem jeweiligen Termin des Vortrages erhalten Sie Informationen zur Webkonferenz-Plattform Zoom sowie einen Zugangscode oder einen Link.

Anmeldung

Ihre Anmeldung wird per E-Mail übertragen. Sie erhalten automatisch eine Anmeldebestätigung per E-Mail.
Unsere Teilnahmebedingungen und die Widerrufsbelehrung finden Sie hier.

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Die Seminargebühr beträgt 20,00 € pro gebuchtes Online-Seminar,
bei Buchung eines Seminarpakets beträgt die Seminargebühr 100,00 € für sechs Online-Seminare.

Auswahl Seminare *

Mi 05.05.2021, 10-12 Uhr, Prof. Dr. Dr. Heinrich Wilhelm Schäfer 'Religion und Demokratie: USA, Brasilien, Mexiko'Di 18.05.2021, 10-12 Uhr, Prof. Dr. Fäßler 'Das Ende des kalten Krieges und seine politischen Folgen'Di 01.06.2021, 10-12 Uhr, Prof. Dr. Peter Imbusch 'Der Brexit – Ursachen, Hintergründe und Folgen'Di 08.06.2021, 10-12 Uhr, Dr. Michael A. Schmiedel 'Abrahams Erben – Judentum, Christentum, Islam und Bahá’í im Vergleich'Di 15.06.2021, 10-12 Uhr, PD Dr. Stefan Vogt 'Juden und Antisemitismus im deutschen Kolonialismus'Mi 23.06.2021, 10-12 Uhr, Dr. Hans-Jörg Kühne 'Rechtschaffen, aber rechtlos? Zur Geschichte der westfälischen Jüdinnen und Juden seit der Reformation'

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