Programm Online-Seminare

Gehirn, Psyche, Denken


Warum das Gehirn zum Denken einen Körper benötigt: Embodiment und Alter
Dienstag, 14. September 2021
10:00 bis 12:00 Uhr (online)
Prof. Dr. Sabine Weiss
(AG Experimentelle Neurolinguistik, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, Universität Bielefeld)

Die „Embodied-Cognition-Theorie“ geht davon aus, dass mentale Simulationen von eigenen körperlichen Vorgängen und Sinneswahrnehmungen von grundlegender Bedeutung für unsere Sprache und unser Denken sind. Dabei werden frühere Sinneswahrnehmungen, Bewegungskonzepte, psychische Zustände und Denkvorgänge re-aktiviert, die im Lauf der kindlichen Entwicklung durch die Interaktion und den Erfahrungsaustausch mit der Umwelt angelegt wurden. Eine Vielzahl von Verhaltensdaten und neurophysiologischen Belegen demonstriert die Bedeutung dieses Zusammenhangs zwischen Denkprozessen und körperlichen Vorgängen. In der Altersforschung wurde die „Embodied-Cognition-Theorie“ lange Zeit ignoriert, obwohl sie darlegt, dass aufgrund der körperlichen Veränderungen im Verlauf des normalen Alterns auch Veränderungen im Denken bewirkt werden. Beispielsweise zeigen Personen mit einer Parkinson-Erkrankung, bei der motorische Beeinträchtigungen im Mittelpunkt stehen, dass das Verstehen von bewegungsverknüpften Verben wie etwa „laufen“ stärker beeinträchtigt ist, als von abstrakten Verben wie etwa „denken“.
So lässt sich nachvollziehen, warum ein multisensorisches und zielgerichtetes Bewegungstraining die Qualität von Denkprozessen modulieren und somit zunehmenden Einschränkungen des „Embodiment-Systems“ im Alter entgegenwirken kann.

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Depressionen im Alter: Besonderheiten, Risiko- und Schutzfaktoren, Therapie
Mittwoch, 22. September 2021
10:00 bis 12:00 Uhr (online)
PD Dr. phil. Myriam Verena Thoma
(eidg. anerkannte Psychotherapeutin, Oberassistentin, Arbeitsgruppenleiterin Universität Zürich Fachrichtung Psychopathologie & Klinische Intervention)

Depressive Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen über die gesamte Lebensspanne und so auch im Alter. Obwohl die klinischen Kriterien für die Diagnose einer depressiven Störung im Alter dieselben sind wie bei jüngeren Personen (z. B., depressive Stimmung, Verlust von Freude und Interesse), kann sich das Störungsbild im Alter deutlich anders präsentieren. So steigt beispielsweise das erhöhte Suizidrisiko, ein bedeutendes Merkmal von depressiven Störungen, insbesondere bei Männern mit dem Alter exponentiell an. Auf diese und weitere Besonderheiten von depressiven Störungen im Alter wird im Seminar vertieft eingegangen. Des Weiteren werden Risiko- und Schutzfaktoren für die Entwicklung einer depressiven Störung im Alter besprochen. Dies wird unter anderem an einem konkreten Forschungsbeispiel mit ehemaligen Schweizer Verdingkindern erläutert, mit welchem auf die Bedeutung von frühkindlichen Stresserfahrungen für die Entwicklung von psychischen Störungen hingewiesen wird. Zuletzt werden unterschiedliche therapeutische Maßnahmen zur Behandlung von depressiven Störungen im Alter vorgestellt.

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Natürliche und Künstliche Intelligenz
Mittwoch, 29. September 2021
10:00 bis 12:00 Uhr (online)
Dr. Manuela Lenzen
(freie Wissenschaftsjournalistin, promovierte Philosophin und schreibt über Themen an den Grenzen von Naturwissenschaften und Philosophie)

An künstlicher Intelligenz wird seit den 1940er Jahren geforscht. Doch erst in den letzten Jahren machen Programme von sich reden, die besser Schach, Go oder Poker spielen als Menschen, die Sprachen übersetzen, Personen auf Bildern erkennen oder bestimmen, was wir in sozialen Medien zu sehen oder beim Online-Shopping angeboten bekommen. Diese Entwicklung geht auf Fortschritte in der Computertechnik und die großen Datenmengen zurück, die die zunehmende Digitalisierung hervorbringt. Sie ermöglichen verschiedene Arten des maschinellen Lernens, eines Verfahrens, mit dem Programm auf die Lösung unterschiedliche Probleme trainiert werden können. Das maschinelle Lernen bildet die Grundlage des aktuellen Booms der KI.
In diesem Seminar werden Grundzüge des maschinellen Lernens und konventioneller Programmierung in der Künstlichen Intelligenz erklärt und ihre Vor- und Nachteile diskutiert. Denn längst haben diese Verfahren an vielen Stellen Einfluss auf unser Leben, auf Wirtschaft, Arbeitswelt und Militär.
Auch die Grenzen der maschinellen Lernverfahren und aktuelle Ansätze, wie diese überwunden werden könnten, um Maschinen noch intelligenter und vor allem flexibler zu machen, werden vorgestellt.
Zudem geht es um die Frage, was die Künstliche Intelligenz vom menschlichen Denken unterscheidet und was wir aus dem Vergleich von Mensch und Maschine über den Menschen lernen können.

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Bin ich nur Mensch, solang ich denke? – Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung als ethische Herausforderung in der Medizin
Dienstag, 05. Oktober 2021
10:00 bis 12:00 Uhr (online)
Prof. Dr. Fred Salomon
(Chefarzt a.D. Anästhesie und Intensivmedizin Medizinethiker, Leitung: Mobile Ethikberatung in Lippe, Trainer für Ethikberatung im Gesundheitswesen (AEM))

„Ich denke, also bin ich!“ Dieser Satz des Philosophen René Descartes im 16. Jahrhundert trug dazu bei, die Forschung am Menschen voranzutreiben. Durch die Unterscheidung von Geist und Körper wurde die Körperlichkeit des Menschen entsakralisiert. Das ermöglichte die Entwicklung der modernen Medizin. Die faszinierenden Erfolge konfrontierten dann aber auch mit den Grenzen des Lebens. Als ungewollte Ergebnisse kam es zu Situationen, in denen die Körperfunktionen zwar erhalten werden konnten, das Bewusstsein und die Kommunikationsfähigkeit aber verloren ging. Dazu gehört als extreme Form das irreversible Hirnversagen, das eine besondere Bedeutung als Voraussetzung für die Organspende hat. Zwischen den hochdifferenzierten Fähigkeiten menschlichen Denkens und dem völligen Versagen der Hirnleistungen stellen sich viele ethische Fragen und Herausforderungen zum Wesen des Menschen, seiner Selbstbestimmung und seiner Würde. Darüber soll in dieser Einheit nachgedacht werden.

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Regionale Geschichte


Die wechselvolle Geschichte des Schlosses Brake – Burg-Residenz-Brauerei-Museum
Mittwoch, 10. November 2021
10:00 bis 12:00 Uhr (online)
Dr. Vera Lüpkes
(ltd. Direktorin des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake, Lemgo)

Das von einem Wassergraben umgebene Schloss Brake ist heute ein attraktives Ausflugsziel mit dem Weserrenaissance-Museum, dem Mühlenmuseum und der Gastronomie in den ehemaligen Schlossmühlen inmitten reizvoller Natur mit Streuobstwiesen und grasenden Schafen. Radfahrer nutzen den Bierweg, dessen Verlängerung an der stillgelegten Bahntrasse entlang Richtung Renaissanceschloss Wendlinghausen führt.
Die Idylle täuscht.
Brake war ehemals eine wehrhafte Burg, die während der Soester Fehde gebrandschatzt wurde, als Witwensitz diente und unter Graf Simon VI. zur Lippe zum repräsentativen Regierungssitz mit vielbeachtetem Hofleben ausgebaut wurde. Mit dem Aussterben der Braker Linien begann der langsame Niedergang des Schlosses. 1805 wurde das Schlossinventar zu Gunsten des neuen „Irrenhausfonds“ versteigert und eine Brauerei zog in die Schlossräume. In den 1980er Jahren untersuchten Archäologen des Lippischen Landesmuseums das Schlossareal, der Landesverband Lippe zog in den Nordflügel und das Weserrenaissance-Museum wurde gegründet.
Welche Rolle der Bauplatz und die mittelalterliche Wehrmauer spielten, dass wir Simon VI. viele zu verdanken haben aber auf Fürstin Pauline nicht gut zu sprechen sind, vermittelt dieser reichbebilderte Vortrag.

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800 Jahre Hausbau und Wohnen in Lippe –
Ein Überblick vom Spätmittelalter bis zum 20. Jahrhundert

Mittwoch, 17. November 2021
10:00 bis 12:00 Uhr (online)
Dr. Heinrich Stiewe
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Referat Sammlungen am LWL-Freilichtmuseum Detmold, Forschungen und Veröffentlichungen zum ländlichen und kleinstädtischen Hausbau in Westfalen-Lippe und Norddeutschland, zur Bau- und Siedlungsgeschichte, zum Museumswesen und zu kulturgeschichtlichen Themen.)
Historische Häuser sind wichtige Zeugnisse nicht nur der Bau- und Architekturgeschichte, sondern auch der Kultur- und Sozialgeschichte. Der erhaltene Bestand in Lippe kann als relativ gut erforscht gelten, doch sind auch noch viele Fragen offen. Der Vortrag gibt einen komprimierten Überblick zur Entwicklung des kleinstädtischen und ländlichen Hausbaus in Lippe – von einem romanischen Steinbau aus dem Hochmittelalter (um 1230) über die ältesten Fachwerkbauten aus dem Spätmittelalter (15. Jh.) bis zum modernen Bauen des 20. Jahrhunderts. Das Spektrum der zu behandelnden Bautypen reicht von den traditionellen städtischen Dielenhäusern und ländlichen niederdeutschen Hallenhäusern über neuzeitliche Wohnbauten (Flur- und Etagenhäuser) des 18. und 19. Jahrhunderts bis zu den Anfängen des modernen Wohnungs- und Siedlungsbaus im 20. Jahrhundert. Neben der Entwickung des Stein- und Fachwerkbaus sind sozialgeschichtlich relevante Bauformen wie die für Lippe charakteristischen Kötter- und Zieglerhäuser zu berücksichtigen.
Der Vortrag will einige ausgewählte Beispiele historischer Häuser aus verschiedenen Epochen vorstellen und in kultur- und sozialgeschichtliche Zusammenhänge einordnen.

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Fürstin Pauline – Zielsetzung und Programmatik ihres sozialen Engagements
Mittwoch, 24. November 2021
10:00 bis 12:00 Uhr (online)
Dr. Frank Konersmann
(Fakultät für Geschichtswissenschaften, Philosophie und Theologie/Abteilung Geschichtswissenschaften, Universität Bielefeld, Buchautor)

In dem Seminar wird der Versuch unternommen, das weithin bekannte und gepriesene soziale Engagement der lippischen Fürstin Pauline auf der Grundlage von zwei Traktaten eingehend zu betrachten, die 1800 und 1803 in einem Periodikum der Volksaufklärung veröffentlicht wurden.
Es sollen nicht nur Beweggründe, Betrachtungsweise und Argumentation der Fürstin vor Augen geführt und vor dem Hintergrund der Zeitumstände gewürdigt werden, sondern es wird auch der Frage nachzugehen sein, welche Motive die Fürstin bewogen haben könnten, Zielsetzung und Programmatik ihres Engagements nicht nur im Fürstentum Lippe, sondern auch weit darüber hinaus einem interessierten Publikum bekannt und verständlich zu machen.

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Nachhaltig und gesund!?


Nachhaltig und gesund!? – Heizen, Lüften, Sanieren
Freitag, 03. Dezember 2021
10:00 bis 12:00 Uhr (online)
Prof.’in Dr.-Ing. Susanne Schwickert
(Stellvertretende Institutsleitung des Instituts für Energieforschung, Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe)

Viele Menschen halten sich fast den ganzen Tag über in den eigenen vier Wänden auf. Umso wichtiger ist es, sowohl aus gesundheitlichen als auch aus energetischen Gründen, richtig zu lüften und zu heizen, denn sonst könnte sich bei zu viel Feuchtigkeit Schimmel bilden. Dies schadet nicht nur der Gesundheit, sondern auch der Bausubstanz.
Um das Thema Schimmel kreisen Mythen, wie „Neue Fenster bringen Schimmel“ oder „Wände atmen“. Solche Legenden führen indes oft in die Irre. Schimmelsporen sind zwar allgegenwärtig, Trockenheit macht ihnen den Garaus. Deshalb muss man Feuchtigkeit, die zum Beispiel beim Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen entsteht und sich an Wänden und in Räumen breitmacht, so schnell wie möglich wieder loswerden. Denn hat sich Schimmel erstmal vermehrt, kann er zu Atemwegserkrankungen oder allergischen Reaktionen führen. Wie hygienische Wohnverhältnisse zu erreichen sind und welche Rolle dabei die Bauweise von Haus oder Wohnung spielt, wie man es sich zuhause also behaglich macht und dennoch die eigene Gesundheit fördert und wie sich das Lüften auf die Viruslast in Räumen auswirkt, soll im Vortrag beleuchtet werden. Neben dem so relevanten Nutzungsverhalten wird auch ein Blick auf bauliche Lösungen und gesetzliche wie normative Anforderungen der Energetischen Sanierung geworfen.

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Nachhaltige Ernährung
Dienstag 07. Dezember 2021
10:00 bis 12:00 Uhr (online)
Dr. Antje Risius
(Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung, Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte, Georg-August-Universität Göttingen)

Seminarbeschreibung folgt.

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Hat die Modebranche eine Zukunft, oder tragen wir bald alle uniformierte Kleidung?
Dienstag 14. Dezember 2021
10:00 bis 12:00 Uhr (online)
Katrin Stallmann
(Modedesignerin, Inhaberin von „tragbar“, Lehrbeauftragte an der FH Bielefeld)

Die Modebranche kränkelt nicht nur an der Corona-Pandemie. Schon lange hat sie sich, mit ihrem Konzept von immer mehr Kleidung zu immer billigeren Preisen, selbst an den Rand der Wirtschaftlichkeit und vor allem aber auch an den Rand des ökologisch und moralisch Vertretbaren getrieben.
In diesem online-Seminar möchte ich beleuchten, welche Alternativen es zur kommerziellen Mode gibt, und warum Upcycling zwar ein wichtiger und sinnvoller Ansatz zum Erhalt der modischen Vielfalt, aber nicht die Lösung für ein Problem ist, das die ganze Welt betrifft.

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Kosten

20,00 € pro Seminar
180,00 € Seminarpaket (zehn Online-Seminare)

Benötigte technische Ausrüstung

  • eine stabile Internetverbindung
  • einen PC, Laptop, Tablet oder Smartphone
  • evtl. Kopfhörer oder Headset und eine Webcam

Einloggen in die Veranstaltung

Vor dem jeweiligen Termin des Vortrages erhalten Sie Informationen zur Webkonferenz-Plattform Zoom sowie einen Zugangscode oder einen Link.